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Dubrovniker Dragoman


    Das siebte Lazarett war bekannt als das “Dragomanlazarett”, weil sich dort öfter dubrovniker Dragomane aufhielten, osmanisch-türkische Übersetzer. Die Dragomane waren angesehene Mitglieder der dubrovniker Gesellschaft, weil der Erfolg der Diplomatie Dubrovniks im osmanischen Reich im Wesentlichen abhing von deren Übersetzungsfähigkeiten. Aus diesem Grund wurden sie in diesem Fach auf Staatskosten geschult und begannen schon ab dem 15. Lebensjahr an zu lernen.

Liebe im Dragomanlazarett


    Natürlich hielten sich im Dragomanlazarett auch andere Leute auf, zum Beispiel der dubrovniker Meereskapitän Ivo Šodrnja, der am 16. November 1760 in die Gewässer Dubrovniks einlief. Er kam aus Madon, vorher war er in Izmir, Alexandria, Ancona, Venedig und wer weiß wo noch. Wenigstens ein Jahr war er nicht in Dubrovnik gewesen. Der Lazarett-Kapitän quartierte ihn im Dragomanlazarett ein und verordnete eine Quarantäne von 39 Tagen.

    Sobald Šodrnja im Lazarett ankam, eilte seine Frau Marija zum Gesundheitsbüro und schrie: “Herr, verstehen Sie, wenn mein Ivo aus der Quarantäne kommt, wird es Zeit sein wieder aufs Meer zu gehen. Haben Sie Gnade, lassen Sie mich ihn sehen und bei ihm bleiben”.

    So erbat sie sich die Erlaubnis, ihren Mann in die Quarantäne zu begleiten. Zwei Tage und zwei Nächte waren Marija und Ivo zusammen, zwei Töchter und eine Dienerin schlossen sich ihnen an. Am 24. Dezember wurden sie in die Freiheit entlassen.

Soziale Sensibilität der alten Dubrovniker


    Die Beamten des Gesundheitsbüros versuchten auf alle Arten den Reisenden die Tage der Isolation zu erleichtern. Sie waren sehr rücksichtsvoll den Kranken im Lazarett gegenüber und erlaubten den Müttern und Ehefrauen diese zu pflegen. Wenn der Kranke ein Fremder war und die Familie weit entfernt, schickten Sie selbst jemanden zur Pflege.

    Rücksichtsvoll schaltete sich auch der dubrovniker Adel ein, die Herrscher der Republik. Sie sorgten sich um den Vorrat an Essen, besonders Getreide und Fleisch, Hunger reduzierten sie auf ein Minimum. Das Dubrovnik der Renaissance sicherte seinen Bewohnern eine Wasserleitung, Hospital, medizinische Pflege und Waisenhäuser.

    Im Franziskanerkloster arbeitete eine Apotheke, in der man noch heute Präparate kaufen kann angefertigt nach traditioneller Art und nach alten Rezepturen.