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Nackte Mauern


    “Ich bin erbärmlich und elend, hier verrichte ich wochenlang Zuchthausarbeit. Mich erwarten Mutter, Vater, Frau, Kinder, Märkte und Arbeitspartner,” dachte jeder, der sich vor diesen Türen befand. Missmut machte sich breit zwischen nackten Mauern. Zu ihrer linken befand sich eine Feuerstelle zum heizen und kochen. Vor ihnen der Eingang zu einem anderen Raum im Dachgeschoss über der Halle im Hof.

Bett, Speisen, Getränke


    Wie lebten die Menschen hier? Wie konnten die Gefangenen zwischen diesen Mauern mit Erfolg ihren gesunden Menschenverstand bewahren?

    In diesem Zeitalter trugen Reisende stets ein Messer mit sich, Salz und andere Gewürze, vielleicht auch einen Löffel und einen Topf. In der Tasche hatten sie eine Decke aus unbearbeiteter Wolle, eine sogenannte Schiavina, die als Schlaflager diente.

    Trinkwasser lieferte den Reisenden eine Zisterne, die im Jahr 2018 in der Zweite Hof gefunden wurde.

    Die Sanitätssoldaten brachten den Reisenden Essen aus den umliegenden Gasthäusern oder den Lebensmittelmärkten, sowie in unbegrenzten Mengenalkoholische Getränke, Wein, Schnaps und Rozolina, einen Likör aus Rosenblättern.

    Um die Zeit zu vertreiben, tranken die Reisenden, spielten Karten, Schach oder würfelten...

Der Marktplatz im Lazarett


    Vor jedem Lazarettgebäude befand sich eine kleine Terrasse mit einer Steinbank, wo man hinausgehen und frische Luft tanken konnte. In Zeiten, in denen keine Pest drohte, waren die Regeln gemäßigt. Dann war der Lazarettplatz belebt. Festgesetzte Händler, Reisende, Geschäftsfrauen, Piraten, Priester, Kuriere, Diplomaten, Islamisten, Juden, Protestanten, Orthodoxe, Katholiken, hauptsächlich aus Südosteuropa, Nordafrika und Italien konnten es kaum erwarten sich frei zu bewegen.

    Allerdings war den Reisenden nicht bewusst, dass sie unter ständiger Beobachtung der Sanitätssoldaten Dubrovniks standen. Die Bediensteten belauschten die Reisenden, notierten interessante Informationen und schickten sie an den Fürstenhof, den Regierungssitz der Republik Dubrovnik. In gleicher Weise nutzten die Osmanen, und wer weiß noch, die Gelegenheit Neues zu erfahren.

    Der Platz des Lazarettes war das erste Spionagezentrum.